Da es halbwegs trocken ist, werde ein jetzt ein wenig im Garten arbeiten.



Wer leben will, muss auch die Konsequenzen tragen
Fallera ist für Doreen mehr als nur ein Ort - es ist ein Stück Herkunft, Erinnerung und Geborgenheit. Auf dem Pferdehof im Osten ist sie aufgewachsen, geprägt von ihrer Mutter und ihren Großeltern, die sich dort über Jahrzehnte ein Leben aufgebaut haben. Während Doreen jedoch versucht, sich in München zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Töchtern etwas Eigenes aufzubauen, treffen ihre Großeltern eine Entscheidung, die alles ins Wanken bringt: Sie wollen ihr Leben selbstbestimmt beenden. Gemeinsam und zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl.
Diese Nachricht reißt Doreen aus ihrem Alltag. Ohne lange zu zögern kehrt sie zurück, fest entschlossen, ihre Großeltern umzustimmen. Sie kämpft für das Leben. Doch je länger sie bleibt, desto deutlicher wird: Es gibt keine einfachen Antworten, und Liebe bedeutet nicht immer, jemanden festzuhalten.
Hofsommer von Hanna Heim erzählt leise und eindringlich von Abschied, Verantwortung und den Fragen, die wir gerne verdrängen. Wie gehen wir damit um, wenn Menschen, die wir lieben, ihren eigenen Weg gehen wollen, auch am Ende ihres Lebens? Und was bleibt, wenn vertraute Strukturen wegbrechen?
Besonders spannend ist der Blick auf eine Generation, die zwischen Vergangenheit und Zukunft steht und lernen muss, das eigene Leben selbst zu gestalten, ohne die Gewissheiten der Älteren.
Obwohl das Buch thematisch schwer wiegt, lässt es sich erstaunlich gut lesen. Die klare Struktur und der ruhige Erzählfluss machen es möglich, immer wieder einzusteigen, ohne den Faden zu verlieren. Gleichzeitig entfaltet die Geschichte eine Sogwirkung, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.
Mich hat vor allem berührt, wie nah sich die Geschichte anfühlt, fast so, als könnte sie genau so passiert sein.
Eine bewegende Lektüre, die nachhallt und zum Nachdenken einlädt.


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